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Banga - Rede gekürzt

Grenchen und die Lebensqualität

In den letzten Tagen war viel von Lebensqualität und Ranglisten die Rede. Von allen Schweizer Städten soll es sich bei uns in Grenchen am schlechtesten leben! Das will jedenfalls ein Lausanner Hochschulinstitut herausgefunden haben.
Wer Grenchen kennt, weiss, dass das nicht stimmt. Um was für eine „Lebensqualität“ geht es da? Wie wurde dieser abstrakte Begriff überhaupt messbar gemacht? Wie kam schliesslich die Rangliste zustande?

Wer sich das Städteranking genauer anschaut, stellt fest, dass da so Einiges im Argen liegt.
Die Daten, die für die Analyse verwendet wurden, sind zwar in Ordnung; sie stammen aus bewährten Erhebungen. Doch damit fängt das Problem schon an: Denn das Städteranking beschränkt sich auf Kriterien, für die bereits Daten vorhanden sind, ungeachtet dessen, ob damit der Begriff „Lebensqualität“ überhaupt angemessen erfasst wird. Was sagen z.B. die Scheidungsrate, die Sterblichkeit oder die Fruchtbarkeitsziffer darüber aus, ob die Leute gerne in einem bestimmten Ort leben?
Handkehrum fehlen Indikatoren für so wesentliche Kriterien wie z.B. Sicherheit oder Lärmbelastung.
Dazu kommt, dass die Autoren teilweise von falschen Annahmen ausgehen, wenn sie ihre Indikatoren interpretieren. Ausserdem sind manche der verwendeten Daten veraltet, so dass massgebliche Entwicklungen der letzten Jahre nicht berücksichtigt werden.
Zuletzt werden noch die diversen Indikatoren zu einer Gesamtnote aufsummiert, ohne Unterscheidung, ob ein bestimmtes Kriterium mehr oder weniger zur Lebensqualität beiträgt als ein anderes. Sollen denn so fragwürdige Indikatoren wie die Scheidungsrate für die Lebensqualität tatsächlich gleich wichtig sein wie die Lebenshaltungskosten, die Naherholungsgebiete oder das kulturelle Angebot?

Kein Wunder, dass man auf diese Weise zu ganz erstaunlichen Resultaten kommt, ob am unteren oder am oberen Ende der Rangliste. Die Resultate widerspiegeln einfach die fragwürdige Methodik. Wenn die meisten Zürcher Flughafengemeinden bezüglich Lebensqualität im vorderen Drittel rangieren, mutet das schon etwas seltsam an. Desgleichen, wenn die Stadt Zürich abgeschlagen auf Platz 39 landet, während sie in internationalen Städtevergleichen seit Jahren ganz vorne rangiert.

Bedenklich finde ich allerdings, dass für solche Untersuchungen Bundesmittel eingesetzt werden. Schade auch, dass etablierte Zeitungen solche fragwürdigen Resultate unbesehen verbreiten.

Aber lassen Sie uns nicht beim Analysieren zweifelhafter Analysen stehen bleiben. Das Thema Lebensqualität liegt der Stadt nämlich sehr am Herzen, und zwar nicht erst seit diesem ominösen Städteranking. Grenchen als Wohnstadt aufzuwerten ist eine der Hauptstossrichtungen unseres Businessplans, und dieses Engagement trägt auch Früchte.
Nehmen Sie zum Beispiel die Attraktivierung des Stadtzentrums mit dem neu gestalteten Marktplatz, der Begegnungszone und der Beruhigung der vormaligen Transitstrasse. Für die Begegnungszone wurden wir letztes Jahr mit dem „Innovationspreis Fussverkehr“ ausgezeichnet.

2004 haben wir auch das Label „Energiestadt“ erhalten. Mit diesem Label bescheinigt uns der Bund eine konsequente und ergebnisorientierte Energiepolitik, mit den entsprechenden positiven Wirkungen für Mensch und Umwelt.

Des Weiteren haben wir eine Umfrage unter 300 Grenchner Firmen durchgeführt, um deren Meinung über die Dienstleistungen der Stadtverwaltung zu erfahren. Die grosse Mehrheit der Firmen beurteilt die Qualität unserer Dienstleistungen als gut bis sehr gut. Dieses Resultat hat uns natürlich sehr gefreut und in unserer Arbeit bestätigt. Wo noch Verbesserungsbedarf besteht, haben wir entsprechende Massnahmen vorgesehen.
Im Rahmen des Businessplans sind diverse weitere Massnahmen zur Förderung des Wohnorts geplant oder bereits im Gang. Diese Massnahmen werden, wie auch der Businessplan selbst, im Sinne einer rollenden Planung regelmässig überprüft, aktualisiert und ergänzt.

Unser aktuellstes Projekt ist die Etablierung eines professionellen Standortmarketings. Vor einem Jahr hatte ich Ihnen angekündigt, dass wir diese Aufgabe in Angriff nehmen würden. Inzwischen liegt das Konzept für das Grenchner Standortmarketing vor.

Kurz zusammengefasst geht es beim Standortmarketing darum, aktiv etwas dafür zu tun, dass Grenchen als Wohn- und Veranstaltungsort noch attraktiver wird, als es heute schon ist – und auch so wahrgenommen wird. Um dies zu erreichen, wollen wir mit gezielten Massnahmen die Wohnnutzung fördern, zusätzliche Besucherinnen und Besucher gewinnen, das Image und die Bekanntheit Grenchens verbessern und nicht zuletzt die Identifikation der Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrem Wohnort erhöhen.

A propos Identifikation: Ein absolutes Highlight in den letzten vier Wochen waren für mich die vielen spontanen Reaktionen der Grenchnerinnen und Grenchner, dass das mit der schlechten Lebensqualität absolut nicht stimmen könne. Wo auch immer die Rede auf das Städteranking kam – jeder Grenchner und jede Grenchnerin wurde sofort zum vehementen Fürsprecher unserer Stadt. Es wäre schön, wenn wir dieses Feu sacré auch in Zukunft beibehielten! Uns ist es wohl hier, und das zu Recht – nur scheint es mir manchmal, ausser uns wüssten das noch zu wenige.

Sagen Sie’s also weiter! Denn als Grenchnerinnen und Grenchner sind Sie die besten, weil glaubwürdigsten, Botschafter unserer Stadt.

Gute Lebensqualität geht mit Lebensfreude einher. Eines der augenfälligen Zeichen der Grenchner Lebensfreude sind unsere Feste und Veranstaltungen, allen voran die mia.

Leicht gekürzte Rede von Stadtpräsident /Ständerat Boris Banga
An der Eröffnungsfeier der 17. Mittelländer Ausstellung, 21. Mai 2005 in Grenchen
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Auftrag: Lesen Sie den Text und notieren Sie sichauf einem Spickzettel die Pluspunkte von Grenchen.
Sie sind Verkehrsdirektor und haben 5 Min. Zeit Grenchen ins beste Licht zu rücken.
Es hat auch Leute dabei die nicht mundart verstehen! Reden Sie als Schriftdeutsch oder Englisch ;-)


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